11.10.2011

Rumble in the Jungle



Der Rumble in the Jungle (dt.: „Der Kampf im Dschungel“) war ein historischer Boxkampf, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire, heute:Demokratische Republik Kongo) zwischen George Foreman und Muhammad Ali stattfand. Der Kampf war für den Herbst 1974 als „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa angesetzt worden, organisiert vom Box-Promoter Don King und größtenteils von Diktator Mobutu Sese Seko als Werbemaßnahme für sein Land und ganz Afrika finanziert. Als Teil des Rahmenprogramms veranstaltete King ein Großkonzert, bei dem unter anderem Miriam Makeba, James Brown, B. B. King, The Spinners und The Crusaders auftraten. Das gesamte Ereignis war für das Selbstwertgefühl der indigenen Bevölkerung Afrikas von ungeheurer Bedeutung, da bis zu diesem Zeitpunkt noch keine ähnlich bedeutenden sportlichen Großereignisse auf dem Afrikanischen Kontinent stattgefunden hatten.

Bei dem von Don King ursprünglich für den 25. September angesetzten Kampf standen sich der damalige Schwergewichts-Weltmeister George Foreman und der Ex-Weltmeister Muhammad Ali gegenüber. Weltmeister war inzwischen George Foreman, Olympiasieger von 1968. Er war in 40 Profikämpfen ungeschlagen (37 K. o.) und hatte die meisten seiner Gegner innerhalb weniger Runden K. o. geschlagen. Ähnlich wie 10 Jahre zuvor gegen Sonny Liston war Ali der Außenseiter, diesmal zudem mit 32 Jahren der Ältere. Es wurde allgemein erwartet, dass Alis Karriere durch einen schnellen und deutlichen K. o. beendet werden würde.

Der Kampf musste wegen einer Verletzung (ein Cut an der rechten Augenbraue), die Foreman sich während des Trainings (beim Zusammenstoss mit den zum Schutz erhobenen Ellenbogen eines Sparringspartners) zugezogen hatte, um einen Monat verschoben werden, wobei alle Beteiligten im Lande blieben.

Im Kampf selbst, der schließlich am 30. Oktober im Stade Tata Raphaël (heute ersetzt durch das 1994 errichtete Stade des Martyrs) stattfand (und zwar morgens um vier Uhr, damit die amerikanischen Fernsehzuschauer aufgrund der Zeitverschiebung den Kampf dennoch live schauen konnten), überraschte Ali seinen Gegner Foreman, das Publikum und sogar seinen eigenen Trainer durch seine Taktik. Anstatt wie früher durch Schnelligkeit und Tänzeln zu versuchen, den harten Schlägen seines Gegners auszuweichen, ließ er sich von diesem zunächst freiwillig in die Seile drängen, in denen er sich weit nach hinten lehnte. Damit war der Kopf außerhalb von Foremans Reichweite, den Körper konnte er durch die Arme schützen, zudem federten die Seile die Schläge ab.

In den Kampfpausen wurde versucht, die Seile zu spannen, aber Ali spielte weiterhin sein „rope-a-dope“ (zum Teil im Deutschen „Verweil am Seil“ genannt) genanntes Spiel, obwohl ihm der Trainer zurief, er solle unbedingt weg von den Seilen und vor allem weg von Foreman und dessen Fäusten. Ali jedoch suchte Foremans Nähe, um ihm zuzuflüstern: „Is that all you can, George?“.

Foreman, der seit dreieinhalb Jahren in keinem seiner Kämpfe länger als fünf Runden im Ring gestanden und seine letzten acht Gegner alle in den ersten zwei Runden K. o. geschlagen hatte, war von dieser ungewohnten Situation anscheinend überfordert. Er baute bald konditionell ab, und Ali konnte sich mit Kontern aus der Deckung heraus immer besser in Szene setzen. Kurz vor dem Ende der 8. Runde schlug Ali Foreman mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen und neun aufeinander folgenden Kopftreffern nieder. Foreman brauchte zu lange, um wieder aufzustehen, der Kampf war entschieden.

Ali hatte den Titel, der ihm sieben Jahre zuvor letztlich aus politischen Gründen aberkannt wurde, zurückgewonnen und brach damit als zweiter Schwergewichtsprofi nach Floyd Patterson das ungeschriebene Gesetz des Boxens: „They never come back!“.

(Quelle: Wikipedia, Video: "Ali" von Michael Mann)

05.10.2011

Wissen macht Ah!

Gut zu wissen: die Mini-Eiffeltürme, die man auf dem Trocadero kaufen kann, werden in Shanghai hergestellt. Verkauft werden sie fast auschließlich von Senegalesen aus dem Städtchen Touba, 150km östlich von Dakar.

Poni

Poni Hoax - Antibodies - music video directed by Danakil

01.10.2011

29.09.2011

Walk in my shoes

Welcher Mann möchte nicht mal seines Geldes wegen geliebt werden? Es gibt doch nichts schöneres...

28.09.2011

Too Funky

Er schrieb den furchtbarsten Song der Popgeschichte und schuf so gleichsam einen Grund, das Weihnachtsfest zu fürchten: Last Christmas. Ansonsten war er eigentlich immer cool. Was macht eigentlich George Michael?


-- Letzte Woche auf der Friedrichstraße in Mitte --

Eggshell, with a Romalian type


Bislang dachte Patrick Bateman immer, er hätte die beeindruckenste Business-Card der Welt. Und wir dachten das auch. Nun kürte aber der New York Observer zur "Best Business Card Ever" die einer blonden Dame namens Devon Spurgeon (Foto). Sie ist Warren Buffets chief of staff und somit im Gegensatz zu Bateman eine real existierende Person. Die rechte Hand des drittreichsten Mannes der Welt übergab einer Anfragestellerin des Observer auf Buffets Geburtstagsfeier diese Karte:


Die ganze Story steht hier: klick!
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 ...und hier:
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Very cool, baby.

21.09.2011

Espresso Pads


Gentleman 2011: Beim Aldi hinterm Hauptbahnhof, im Dreieck zwischen Puff, Kik und 1-Euro-Shop, sich von einer jungen - in besseren Zeiten vermutlich mal bildschönen - Mitbürgerin mit starkem osteuropäischen Akzent und augenscheinlichen Drogenproblemen in ein distinguiertes Fachgespräch über Espresso-Pads vom Discounter verwickeln zu lassen, und sich abschließend mit formvollendeter Grandezza für die guten Ratschläge zu bedanken...

It cannot be given, so it must be taken.

Cova Pasticceria Mailand
- an der Espresso-Bar

17.09.2011

Beim Schuhputzer

Club Salon Baba
L'art du cirage et du glaçage  

Oft wird vergessen, daß die Dienstleistung am Gentleman ja auch immer ein Akt der Kommunikation ist, oder sollte man besser sagen: war. Mit meinem Barbier kann ich mich nicht unterhalten. Er spricht nur türkisch. Immerhin: wenn ich mich bei der kitzligen Massage der Halspartie krümme und winde, lächelt er leise mit. 

In der Heimat des Gentleman mag das hie und da noch etwas anders sein. Im The Connaught (dem besten Hotel Londons - wer das Gegenteil behauptet, ist blöd) wird der Gang zum Klo zum Vergnügen. Denn auf dem stillen Örtchen hinter der Lobby wartet das vertraute Gesicht eines in Ehren gealterten, nun..., sagen wir mal: "Facility Managers" - wie es heute wohl heißen muß. 

Der livrierte Schwarze reicht das Frottée. Und die sich anschließende Diskussion, Tropfen welchen Eau de Toilettes er seinem Gast wohl in den Nacken sprühen dürfe, gehört zu den vergnüglichsten Momenten des Tages.
The Connaught Hotel
Ein paar Schritte weiter östlich in diesem wunderbaren Mayfair, in der Burlington Arcade, sitzt ein Schuhputzer - mehr als Deko denn als Service, übrig geblieben von einem ganzen Heer dienstbarer Geister, die früher - so wird erzählt - mit Wichse und Bürste durchs  borough  wieselten. Immerhin: der hier macht seine Sache gut - für 3 Pfund. Doch ist dies nur noch ein Abgesang. Wie ja die ganze Arkade im Grunde genommen nur noch Zierart und Folklore ist. Für die hier angebotenen Produkte und Dienstleistungen gibt es eigentlich keinen messbaren Markt mehr. Hingegen: vis-à-vis, vor dem Flagship von Abercrombie&Fitch, versuchen zwei muskelbepackte Türsteher die Massen zu bändigen... Heute will halt jeder nur noch ein Leibchen, auf dem steht: "A.F.".

Das Aussterben bedrohter Servicearten ein wenig hinauszuschieben, das hat sich ein senegalesischer Dipolomatensohn aus Paris auf die Fahnen geschrieben. Papa "Baba" Conrad Sarr. Und er geht sogar noch weiter, er kehrt den fatalen Trend um! Sein Schuhputzladen, der mit Devotionalien vollgepfropfte, wie der Schrein eines Dandys eingerichtete Club Salon Baba in einer Querstraße der Champs-Eylsées, ist der exklusivste und charmanteste hot spot des gesamten 8. Arrondissement. Le plus cool. 

Zunächst einmal: Das Handwerk wird hier zelebriert wie eine Kunstform. Und so nennt Baba es auch: l'art du cirage et du glaçage. Mit seiner geheim gehaltenen Technik, die er nur noch an seine gazellenhafte Assistentin und Freundin weitergegeben hat, bringt er Schuhe derart zum Glänzen und Strahlen, daß es eine Wonne ist. Das dauert mitunter aber auch schon mal bis zu 20 Minuten - kostet aber immer nur 10 Euro, und wenn man lieb ist, versteht sich der Preis sogar inklusive Espresso oder Champagner. Und lieb sind hier die meisten, denn dieser schöne, warmherzige, freundliche Mensch, der noch in Sneakers Eleganz ausstrahlt, versammelt die feinsten Exemplare der jeunesse dorée in seinem kleinen Schuhputzlädchen. Es ist wie in einem Taubenschlag, bloß daß hier fast ausschließlich der Typ Paradiesvogel zur Tür hineinflattert, darunter zur Hälfte Weibchen.

Man spricht über Neuigkeiten aus dem Quartier, über Reisen, die schönen Künste, Afrika, Martin Luther King... und über Schuhe! Mit einem Billigfabrikat oder gar einem Loch in der Sohle sollte man den Club Salon Baba tunlichst nicht aufsuchen, denn um sich zu blamieren, gibt es bestimmt bessere Orte als diesen Hort lässiger Kultiviertheit und selbstverständichen Stils. 34 rue Jean Mermoz. Grüße bitte!

Babas Gästebuch: Frankreichs Jeunesse Dorée

Eine schöne Reportage über den Club Salon, der ich diese beiden Foto entnommen habe, gibt es auch hier: De Jeunes Gens Modernes.

Der Stilbestimmer trägt beim Schuhputzer: Schuhe von Alden, Strümpfe von Sozzi, Hose von Valentini, Hemd von Barba, Sakko von Cesare Attolini.